
Der koreanische Leitindex KOSPI fiel stark und löste die Kurssturz-Sperre aus. Am 5. März kam es zu einer kräftigen Erholung, die intraday zeitweise um 12 % stieg – die größte Tagessteigerung seit Oktober 2008. Nach einer dringenden Koordinationssitzung der koreanischen Zentralbank und des Finanzministeriums kündigte die Finanzdienstleistungskommission (FSC) an, bei erneut außer Kontrolle geratenen Marktschwankungen aktiv ein Marktstabilisierungsprogramm im Umfang von bis zu 100 Billionen Won einzusetzen.

(Quelle: Bloomberg)
Der KOSPI erholte sich am Donnerstag fast vollständig von den Verlusten des Vortages. Haupttreiber waren ausländische und Privatanleger, die im Tief einkauften. Samsung Electronics und SK Hynix, beide führende Halbleiterhersteller, stiegen jeweils um mehr als 13 %, was den Index stark nach oben trieb. Seit Anfang des Jahres sind diese beiden Unternehmen die treibenden Kräfte hinter Koreas führender Aktienmarktperformance.
Es ist bemerkenswert, dass lokale institutionelle Investoren am Donnerstagmorgen weiterhin verkauft haben, was eine deutliche Abweichung von den Käufen der ausländischen und privaten Investoren darstellt. Dies zeigt, dass die Einschätzungen der Institutionen hinsichtlich des weiteren Marktverlaufs weiterhin divergieren. Nach einem plötzlichen Anstieg der Terminmarktpreise pausierten die Aufsichtsbehörden vorübergehend die algorithmischen Handelsaktivitäten auf KOSPI und KOSDAQ, um die Volatilität zu kontrollieren.
Der jüngste starke Rückgang wurde hauptsächlich durch den Anstieg der Ölpreise infolge des Konflikts zwischen den USA und Iran getrieben. Die Angst vor steigender Inflation und einer verlangsamten Wirtschaft führte zu panikartigem Verkauf. Der koreanische Markt war in dieser asiatischen Verkaufswelle am stärksten betroffen, was teilweise auf die zuvor überhitzten Positionen (Crowded Trades) und die konzentrierte Hebelwirkung zurückzuführen ist, die die Abwärtsbewegung erheblich verstärkten.
Lee Eog-weon, Vorsitzender der Finanzdienstleistungskommission, erklärte nach der Notfallsitzung, die Regierung werde die Marktschwankungen genau beobachten und bei Bedarf aktiv das Marktstabilisierungsprogramm starten.
Die bisher bekannten Maßnahmen der Regierung sind:
100 Billionen Won Marktstabilisierungsfonds: Bereits in Bereitschaft, kann bei übermäßigen Schwankungen im Markt sofort aktiviert werden. Durch den Kauf von Aktien, ETFs und anderen Marktinstrumenten wird Liquidität ins System gepumpt.
Strenge Sanktionen bei Marktstörungen: Die Aufsichtsbehörden kündigten an, Verstöße während der Volatilitätsphasen genau zu überwachen und streng zu ahnden.
Gemeinsame Koordination von Zentralbank und Finanzministerium: Die Bank of Korea und das Finanzministerium hielten am Mittwoch eine Notfallsitzung ab, um die aktuelle Marktlage zu bewerten und eine einheitliche Reaktionsstrategie zu entwickeln.
Die teilnehmenden Beamten sind allgemein der Ansicht, dass angesichts der positiven Gewinnentwicklung der Unternehmen, der aktiven Kapitalmarktpolitik und des anhaltenden Kapitalzuflusses die Wahrscheinlichkeit eines langfristigen Abwärtstrends im koreanischen Aktienmarkt relativ gering ist.
Trotz der starken Erholung am Donnerstag bestehen bei den Marktakteuren weiterhin deutliche Meinungsverschiedenheiten über die weitere Entwicklung.
Gerald Gan, Chief Investment Officer bei Reed Capital Partners in Singapur, sagte, die aktuelle Erholung spiegele vor allem das Verhalten technischer Trader wider, die nach einem Rückgang um fast 20 % vom Hoch aus niedrigeren Kursen kauften. Es ist noch unklar, ob dies den Beginn eines weiteren Aufwärtstrends markiert oder nur eine Bärenmarkterholung ist – insbesondere angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.
Rob Li, Managing Partner bei Amont Partners in New York, ist eher optimistisch. Er meint, die Verkäufe der letzten zwei Tage seien vor allem auf Positionsanpassungen und nicht auf eine Verschlechterung der Fundamentaldaten zurückzuführen. Nach einem starken Rücksetzer gebe es Chancen, koreanische Aktien selektiv zu kaufen, insbesondere SK Hynix, das aufgrund seiner starken freien Cashflows und fairer Bewertung als Kaufkandidat gilt.
Trotz der heftigen Schwankungen in dieser Woche ist der KOSPI in diesem Jahr um über 30 % gestiegen, was zeigt, dass die langfristigen Strukturen des Marktes durch dieses Ereignis nicht grundlegend verändert wurden.
Was war die Hauptursache für den historischen größten Rückgang am Mittwoch im koreanischen Aktienmarkt?
Der Rückgang wurde hauptsächlich durch den plötzlichen Anstieg der Ölpreise infolge des Konflikts zwischen den USA und Iran ausgelöst. Die Angst vor steigender Inflation und einer verlangsamten Wirtschaft führte zu panikartigem Verkauf. Der koreanische Markt war vor allem durch die zuvor stark überhitzten Positionen (Crowded Trades) und die konzentrierte Hebelwirkung anfällig, was die Abwärtsbewegung durch die Liquidation großer Positionen weiter verstärkte und den größten Tagesverlust in der Geschichte des KOSPI verursachte.
Wie funktioniert das 100-Billionen-Won-Marktstabilisierungsprogramm der koreanischen Regierung?
Das Programm ist ein präventives Eingriffsmechanismus, der vom Finanzdienstleistungsrat Koreas koordiniert wird. Es umfasst rund 100 Billionen Won (etwa 530 Milliarden RMB). Bei übermäßigen Schwankungen im Markt kann es durch den Kauf von Aktien, ETFs und anderen Instrumenten aktiviert werden, um Liquidität zu stabilisieren und irrationalen Verkaufsdruck zu verhindern.
Hat die aktuelle Krise den Gesamttrend des KOSPI seit Jahresbeginn grundsätzlich beeinflusst?
Obwohl diese Woche den größten Tagesverlust in der Geschichte des KOSPI und eine anschließende starke Erholung brachte, ist der Index seit Jahresbeginn um mehr als 30 % gestiegen. Die treibenden Kräfte sind weiterhin die KI-Handelswellen und Reformen im Bereich Corporate Governance. Die geopolitische Lage im Nahen Osten bleibt jedoch eine bedeutende Unsicherheitsquelle für die weitere Entwicklung.